Unterlagen zu den Referaten und Workshops

Referat

Referat 1 «Alles Neuro? Kann die Pädagogik von der Hirnforschung profitieren?»

Martin Meyer, Prof. Dr., Assistenzprofessor Universität Zürich
Ein Gespenst geht um in den Schulhäusern – das Gespenst der Neuropädagogik. Der Ruf nach hirngerechtem Lernen und neurokompatiblem Unterricht generiert Verunsicherung. Es stellt sich die Frage, welchen Beitrag die Neurowissenschaften tatsächlich zum gegenwärtigen Wissen über Lernen und Lernstörungen beigetragen haben. In seinem Referat legt Prof. Dr. Martin Meyer, Neuropsychologe an der Universität Zürich, dar, inwieweit Erkenntnisse aus der Neuropsychologie Lernprozesse tatsächlich unterstützen können. Er setzt sich kritisch mit Grenzen und Möglichkeiten der Hirnforschung auseinander und stellt dabei die Individualität des sich entwickelnden Gehirns in den Vordergrund.
Referat_Meyer_Martin_170826.pdf

Referat 2 «Partizipation und gelingende Beziehungsgestaltung im Schulalltag»

Maike Plath, Autorin und Theaterpädagogin in Berlin
Die Zeiten, als Lehrerinnen und Lehrer allein aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position als Autoritätspersonen geachtet wurden, sind unwiederbringlich vorbei. Lehrpersonen sehen sich in ihrem Schulalltag mit einer beachtlichen Anzahl hochkomplexer Anforderungen konfrontiert, auf die sie in ihrer Ausbildung nur wenig vorbereitet werden. Im zweiten Referat zeigt Maike Plath, Theaterpädagogin und ehemalige Lehrerin, wie Kommunikation im Unterricht spielerisch eingesetzt werden kann, um eine lernförderliche Beziehung zu Schülerinnen und Schülern aufzubauen und den Unterricht selbstbewusst und professionell zu steuern. Sie setzt schauspielerisches Basiswissen der Status-Lehre – mit verblüffenden Ergebnissen – im Unterricht ein.

Ateliers

Atelier 01 Neuropsychologie des lernenden Gehirns

Martin Meyer, Prof. Dr., Assistenzprofessor Universität Zürich
Zeigt ein Kind Probleme beim Lernen, Lesen, Schreiben oder Rechnen, ist rasch eine Diagnose (ADHS, Dyslexie, Dyskalkulie) zur Hand. Dabei ist die Diagnose solcher Entwicklungsverzögerungen oder -störungen oftmals problematisch. Fehldiagnosen und -behandlungen sind die Folgen. In diesem Atelier wird der Stand der neurowissenschaftlichen Forschung zu Ursachen von Lern und Entwicklungsproblemen vermittelt. Dabei werden kritische Aspekte einer Diagnostik und Behandlung beleuchtet, die auf neuropsychologische Argumente setzten.
A01_Entwicklungsstoerungen.pdf

Atelier 02 Partizipation und gelingende Beziehungsgestaltung im Schulalltag – Praktische Übungen

Maike Plath, Autorin, Theaterpädagogin und Lehrerin
Wie kann es gelingen, eine vertrauensvolle Beziehung zu Schülerinnen und Schülern aufzubauen und gleichzeitig den Unterricht selbstbewusst und professionell zu steuern? Wie können wir Konflikte im Schulalltag lösen, Lernende für Unterrichtsinhalte motivieren, mit allen Beteiligten freundlich und zielführend kommunizieren und dabei gesund und optimistisch bleiben? Im Atelier zeigt Maike Plath, wie man «spielerisch» und authentisch zugleich kommuniziert – und damit nachhaltig an natürlicher Autorität gewinnt.

Atelier 03 «Schwierige» Schüler/innen unterrichten

Fabian Grolimund, lic. phil., Akademie für Lerncoaching, Zürich
Viele Lehrpersonen sind mit herausfordernden Klassen konfrontiert. Vor allem bei Schülerinnen und Schülern mit Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich wird der Unterricht oftmals zur Belastungsprobe. Diese Kinder können sich schlechter an Regeln halten und haben Mühe, sich auf die Schule einzulassen. Im Atelier lernen Sie, wie sich kooperatives Verhalten im Unterricht fördern lässt. Dabei legen wir den Fokus auf kleine Veränderungen im Unterrichtsalltag, die der gesamten Klasse nützen und Sie als Lehrperson entlasten.
A03_Schwierige-Schueler-unterrichten.pdf

Atelier 04 Blockaden kommunikativ aufweichen

John Klaver, Dozent PH FHNW
Im Atelier richten wir das Augenmerk auf kleine Feinheiten in der sprachlichen Kommunikation. Wir lernen einfache Möglichkeiten kennen, die in fast jeder Situation beiläufig und dennoch sehr wirkungsvoll eingesetzt werden können. Oft sind es kleine Wörter mit grosser Wirkung, die bei bewusstem Gebrauch helfen, Widerstände abzubauen und blockierende Glaubenssätze und Selbstzuschreibungen aufzuweichen. Die Interventionen sind Basis für effiziente Kommunikation und menschliche Begegnung zugleich.
A04_Blockaden-kommunikativ-aufweichen-Handout.pdf

Atelier 05 Portfolioarbeit – Beurteilung und Lerngespräch

Franz König, lic. phil., Pädagogisches Zentrum PZ.BS
In einem ersten Schritt suchen und benennen wir anhand eines Original-Portfolios in kleinen «Beurteilungskonferenzen» gemeinsam Qualitäten dieser Schülerarbeit. Anschliessend hören wir uns das Gespräch zwischen Lehrperson und Autor des Portfolios an, ergänzen unsere Beurteilung mit dabei gehörten neuen Aspekten und suchen gemeinsam Kriterien für erfolgreiche Beurteilungsgespräche, die wir mit offiziellen Vorlagen zu lerndienlichen Lerndialogen vergleichen.

Atelier 06 Churer Modell – Eine Möglichkeit der Binnendifferenzierung im Unterricht

Margrit Lanfranchi, Lehrperson Primarschule Chur
Kurze Inputs, differenzierte Lernangebote und offene Arbeitsplätze sind zentrale Elemente des Churer Modells. Ziel ist es, der Heterogenität im Klassenzimmer gerecht zu werden und die Schülerinnen und Schüler zu einer hohen Eigenaktivität zu führen. Nach einer Vorstellung des Churer Modells und den damit gemachten Erfahrungen diskutieren wir gemeinsam Möglichkeiten der Binnendifferenzierung im Unterricht und der sich daraus ergebenden Lerncoaching-Situationen.
A06_Churer-Modell.pdf

Atelier 07 Erfolgreich im Gymnasium trotz geringen Deutschkenntnissen

Dorothea Baumgartner, Leitung ChagALL Team
ChagALL ist ein schulisches Förderprogramm und steht für Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn. Es wurde 2008 ins Leben gerufen und hilft Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie aus bescheidenen ökonomischen Verhältnissen beim Übergang von der Sek I in weiterführende Schulen der Sek II. Intensive Arbeit im fachlichen Bereich wird ergänzt durch Motivationstrainings und individualisiertes Lerncoaching. Im Atelier werden die Grundzüge der Arbeit vorgestellt. Betroffene Jugendliche kommen zu Wort.
A07_Erfolgreich-im-Gymnasium-trotz-geringen-Deutschkenntnissen.pdf

Atelier 08 Kompetenzentwicklung sichtbar und handhabbar machen

Andreas Müller, Institutsleiter Beatenberg/Learning Factory
Lehrplan 21, kompetenzorientiertes Lernen – die Stichworte werfen Fragen auf. Wie funktioniert das im Alltag? Auf welche praktische Erfahrungen kann man schon zurückgreifen? Instrumente wie Kompetenzraster, Lernaufgaben, Portfolio unterstützen die formative Evaluation von Lernprozessen und machen individuelle Entwicklungsverläufe sichtbar.

Atelier 09 Der Vielfalt konstruktiv begegnen – Lernen am gemeinsamen Gegenstand

Cornelia Müller Bösch, Schulische Heilpädagogin und Dozentin PHZH
Kinder und Jugendliche sind auf unterschiedlichen Lernwegen unterwegs. Neben dem individuellen Blickwinkel auf die einzelnen Lernenden soll die gemeinschaftliche Sicht nicht verloren gehen. Wie gelingt es, alle Lernenden in einen Dialog einzubinden, in dem «Welt» kokonstruktiv und kooperativ erschlossen wird? Dem kann mit Lernen am gemeinsamen Gegenstand begegnet werden. Das Atelier zeigt auf, wie Lehrpersonen Lerncoaching am gemeinsamen Gegenstand in heterogenen Lerngruppen gestalten können.
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Atelier 10 Im Gespräch bedeutsame und lernwirksame Ziele finden

Jörg Giacomuzzi, Dozent PH FHNW sowie Coach und Supervisor MAS IAP
Ziele sind für das Lernen wichtig – sie geben Richtung und ermöglichen Struktur. «Echte» Gespräche hingegen sind ergebnisoffen und nichtdirektiv. Bezogen auf Lernberatung stellt sich somit die Frage, wie der Lernende im Gespräch mit der Lehrperson zu bedeutsamen und lernwirksamen Zielen finden kann. Das Atelier setzt sich kritisch mit der «Zielvereinbarungskultur» im Lerncoaching auseinander. Zur Diskussion gestellt werden alternative Zielkonzeptionen und Ansätze für die Gesprächsführung.
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Atelier 11 Lernen mit Kompetenzkarten sichtbar machen

Sibylle Raimann, Dozentin für Unterrichtsentwicklung
Die Entwicklung von Kompetenzen sind ein zentrales Element der Bildung. Als Grundlage der Unterrichtsplanung steht der Lehrplan 21 zur Verfügung. Die Kompetenzkarten (KompetenzSet-21) visualisieren Kompetenzen für Kindnner, Eltern und Lehrpersonen und machen das Lernen sicht- und besprechbar. Im Atelier werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie mit den Kompetenzkarten Lerngespräche stattfinden können. Die Teilnehmenden entwickeln Ideen für den Transfer in den eigenen Unterricht.
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Atelier 12 Nutzen von Lernlandkarten für Lerngespräche

Franziska Rutishauser Hubatka, Dozentin PH FHNW
Lernlandkarten bieten eine Brücke zwischen dem individuellen Entwicklungs- und Lernstand von Schülerinnen und Schülern und den Vorgaben des Lehrplans. Im Zentrum steht der Dialog über das Lernen. Im Atelier werden verschiedene Formen von Lerngesprächen mit Lernlandkarten vorgestellt und diskutiert. Dazu gehören Lerngespräche mit einzelnen Kindern, Gruppenlernberatung, Eltern-Kind-Gespräche sowie Lerngespräche, die Schülerinnen und Schüler miteinander führen.
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Atelier 13 Humor im Lerncoaching

Cornelia Schinzilarz, KICK Institut für Coaching und Kommunikation
Humorvolle Methoden überraschen und führen zu einer Veränderung der eigenen und der gemeinsamen Perspektive. Darauf aufbauend können neue Gestaltungsfähigkeiten entdeckt und vergessene Ressourcen und Möglichkeiten erkannt werden. Gezielter Einsatz von Humor und Lachen führt zu einer Erleichterung von angespannten oder verfahrenen Situationen oder zur Auflösung von Stress. Mit Humor werden Situationen für alle Beteiligten lösungsorientiert und sachbezogen gestaltet. Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden mit humorvollen Methoden zum Lernen angeregt.
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Atelier 14 «Ich weiss, ich kann, ich will.» Portfolioarbeit mit Kindern von 4–10 Jahren

Barbara Schneckenburger, Kindergartenlehrperson/Dozentin PHZH
Selbstführung, Selbstwirksamkeit und Partizipation spielen eine wichtige Rolle bei der Arbeit mit dem persönlichen Portfolio. Ausgehend von den Ressourcen der Kinder, unterstützt und fördert die Lehrperson jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung, seinem Entdecken und Lernen. Hinter der Portfolioarbeit steht ein Menschenbild und ein Lehr-/Lernverständnis, das den Menschen als aktiv konstruierendes und eigenständiges Wesen versteht. Selbstführung, fachspezifisches und soziales Handeln sind Eckpfeiler der Portfolioarbeit. Das Portfolio erzählt die Geschichte des persönlichen Lernens und öffnet sie für andere Menschen. Kurze Filme und Kinderportfolios ergänzen das Atelier.

Atelier 15 «Wer nicht übt, hat schon verloren»

Barbara Wirz, Primarlehrerin und Dozentin PHZH
Beim selbstorganisierten Lernen ist eine gut funktionierende Selbststeuerung von zentraler Bedeutung: Ziele setzen, Arbeit planen, Impulse kontrollieren, Ziele erreichen... Die exekutiven Funktionen helfen bei diesen Handlungen. Sie können für den gelingenden Start und Verlauf der schulischen Laufbahn wichtiger sein als IQ, Buchstabenkenntnisse oder mathematische Fähigkeiten. Exekutive Funktionen können trainiert und gestärkt werden – mit Spass und Freude für Kinder und Lehrpersonen.
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